Wie man VHDX-Inhalte ansehen kann

Einleitung: Was ist eine VHDX-Datei und warum sollte man ihren Inhalt sehen?

Eine VHDX-Datei (Virtual Hard Disk Extended) ist ein Containerformat für virtuelle Festplatten, das vor allem in der Virtualisierungsumgebung von Microsoft Hyper‑V und bei Windows‑Systemen zum Einsatz kommt. Sie speichert ein vollständiges Dateisystem, Betriebssystem‑Installationen oder Anwendungsdaten in einer einzigen Datei. Oft steht man vor der Frage, wie man auf die Inhalte einer solchen VHDX zugreifen kann – sei es, um einzelne Dateien zu extrahieren, Backups zu prüfen oder Daten aus einer defekten virtuellen Maschine zu retten. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen verschiedene Methoden, mit denen Sie VHDX-Inhalte unter Windows anzeigen können – vom einfachen Einhängen über die graphische Oberfläche bis hin zu speziellen Viewer‑Tools für problematische Fälle.

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Methode 1: VHDX direkt über den Windows-Explorer einhängen (Mounten)

Der einfachste Weg, auf den Inhalt einer VHDX zuzugreifen, ist die integrierte Mount‑Funktion von Windows. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die .vhdx‑Datei und wählen Sie im Kontextmenü die Option „Mount“ (deutsch: „Einhängen“). Windows weist der virtuellen Festplatte automatisch einen Laufwerksbuchstaben zu, und der Inhalt erscheint sofort im Explorer unter „Dieser PC“. Diese Methode funktioniert ab Windows 8 und in allen späteren Versionen problemlos, sofern die Datei nicht beschädigt ist und Sie über Administratorrechte verfügen. Nach dem Arbeiten können Sie die VHDX über das Kontextmenü des Laufwerks wieder trennen („Auswerfen“).

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Diese Methode eignet sich hervorragend für den schnellen Zugriff, denn sie benötigt keine zusätzliche Software. Die Datei wird im laufenden Betrieb als Laufwerk bereitgestellt, sodass Sie mit Windows‑Programmen direkt darauf zugreifen können. Beachten Sie jedoch, dass die VHDX während der Nutzung geöffnet bleibt und nicht von anderen Anwendungen – etwa Hyper‑V – geschrieben werden sollte. Eine detaillierte Anleitung finden Sie in der offiziellen Microsoft-Dokumentation zu VHDX.

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Methode 2: VHDX über die Datenträgerverwaltung einbinden

Eine zweite, ebenfalls native Möglichkeit bietet die Windows‑Datenträgerverwaltung. Drücken Sie die Tastenkombination Windows + R, geben Sie diskmgmt.msc ein und bestätigen Sie. Wählen Sie im Menü „Aktion“ die Option „VHD einbinden“ (Attach VHD). Navigieren Sie zu Ihrer VHDX‑Datei und klicken Sie auf OK. Die Datenträgerverwaltung zeigt die virtuelle Festplatte nun als zusätzlichen Datenträger an, auf den Sie im Explorer zugreifen können. Falls die VHDX Partitionen enthält, werden diese automatisch eingebunden. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn der rechte Mausklick nicht funktioniert oder Sie mehrere virtuelle Festplatten gleichzeitig verwalten möchten.

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Ein Vorteil der Datenträgerverwaltung ist, dass Sie hier zusätzlich wählen können, ob die VHDX schreibgeschützt eingebunden werden soll. Klicken Sie dazu vor dem Bestätigen auf die Option „Schreibgeschützt“ – ideal, wenn Sie nur lesen möchten, ohne Änderungen zu riskieren. Nach dem Trennen der VHD (Rechtsklick auf den Datenträger, „VHD trennen“) wird die Datei wieder freigegeben.

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Methode 3: VHDX über die Eingabeaufforderung (DiskPart) einhängen

Fortgeschrittene Anwender können die VHDX auch über die Kommandozeile einhängen. Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator (Rechtsklick auf Start > Eingabeaufforderung (Admin)). Starten Sie das Tool diskpart. Geben Sie nacheinander folgende Befehle ein:

select vdisk file="C:\Pfad\zu\IhrerDatei.vhdx"
attach vdisk

Nach der Bestätigung mit der Eingabetaste wird die VHDX als Festplatte eingebunden und erscheint im Explorer. Über exit verlassen Sie DiskPart. Zum Trennen nutzen Sie später select vdisk file="..." gefolgt von detach vdisk. Der Vorteil dieser Methode liegt in der Automatisierbarkeit: Sie können solche Befehle in Skripten verwenden, um regelmäßig Backups zu analysieren oder VHDX‑Dateien in Batch‑Jobs zu verarbeiten.

Methode 4: VHDX ohne Einhängen mit Viewer-Tools durchsuchen

Nicht immer lässt sich eine VHDX einfach einhängen. Beispielsweise kann die Datei beschädigt sein, oder Sie möchten sie aus Sicherheitsgründen nicht im System bereitstellen. Dann helfen spezialisierte Viewer‑Programme. Bekannte kostenlose Tools sind:

  • Kernel VHD/VHDX Viewer – erlaubt das Öffnen und Durchsuchen der Verzeichnisstruktur, ohne die Datei zu mounten. Sie extrahieren einzelne Dateien oder ganze Ordner.
  • SysTools VHDX Viewer – ähnlicher Funktionsumfang, unterstützt auch beschädigte Images und zeigt Vorschauen von Dateien an.
  • PowerISO – bekannt für ISO‑Dateien kann auch VHDX öffnen und deren Inhalt anzeigen oder extrahieren.

Mit diesen Werkzeugen öffnen Sie die VHDX über deren Benutzeroberfläche, navigieren durch die Ordner und exportieren die benötigten Daten. Besonders hilfreich ist dies, wenn die VHDX von einem anderen System stammt oder Sie keine Administratorrechte für das Mounten haben. Eine ausführliche Beschreibung der Viewer‑Funktionen bietet der Beitrag von Kernel Data Recovery.

Methode 5: Zugriff auf WSL2-VHDX über das Windows-Subsystem für Linux

Wenn Ihre VHDX das Dateisystem einer WSL2‑Distribution enthält (die Datei heißt standardmäßig ext4.vhdx), können Sie die Inhalte auf einfache Weise über das Windows‑Subsystem für Linux anzeigen. Starten Sie WSL, z. B. über den Befehl wsl im Terminal. Im WSL‑Terminal navigieren Sie zu den Linux‑Dateien, die normalerweise unter /mnt/wsl oder direkt im Distributionsverzeichnis liegen. Für den Zugriff über den Windows Explorer öffnen Sie den Pfad \\wsl.localhost\ in der Adressleiste. Diese Methode erfordert keine manuelle Einbindung der VHDX, da WSL sie bereits verwaltet. Falls Sie die VHDX direkt mounten möchten (z. B. um auf eine externe WSL‑Instanz zuzugreifen), können Sie dies ebenso mit den Methoden 1 bis 3 tun. Beachten Sie jedoch, dass das Dateisystem einer WSL2‑VHDX meist ext4 ist – Windows kann es ohne zusätzliche Treiber nicht von Haus aus lesen. Mit dem WSL‑Befehl wsl --mount (ab Windows 11) können Sie solche Datenträger einbinden.

Vergleich der Methoden – eine Übersichtstabelle

MethodeBenötigte RechteGeeignet fürGeschwindigkeit
Explorer (rechte Maustaste)Administratorschneller Zugriff, intakte Dateiensehr schnell
Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc)Administratormehrere VHDX, schreibgeschütztmittel
DiskPart (Eingabeaufforderung)AdministratorAutomatisierung, Skriptemittel
Viewer‑Toolskeine (nur Leserechte)beschädigte Dateien, Sicherheitlangsam bei großen Images
WSL2‑ZugriffWSL installiertext4‑Dateisystemeschnell (über localhost)

Praktische Tipps im Umgang mit VHDX-Dateien

  • Erstellen Sie immer ein Backup der VHDX, bevor Sie sie mounten, insbesondere wenn Sie die Datenträgerverwaltung mit Schreibzugriff verwenden.
  • Verwenden Sie den schreibgeschützten Modus in der Datenträgerverwaltung, wenn Sie nur lesen möchten – das verhindert versehentliche Änderungen.
  • Bei sehr großen VHDX-Dateien (mehrere Hundert Gigabyte) kann der Mountvorgang einige Sekunden dauern. Geduld ist hier angebracht.
  • Falls eine VHDX nicht mountbar ist (Fehlermeldungen wie „Datei beschädigt“), versuchen Sie es mit einem Viewer‑Tool, bevor Sie die Datei als verloren betrachten.
  • Nutzen Sie die Skriptfähigkeit von DiskPart, um regelmäßig den Inhalt mehrerer VHDX‑Backups zu prüfen – das spart Zeit.
  • Wenn Sie die VHDX unter einem anderen Betriebssystem (z. B. Linux) mounten möchten, benötigen Sie spezielle Treiber oder Tools wie qemu‑nbd.

Referenzen

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf folgenden Quellen (Stand April 2025):
Microsoft Learn – „Is there any way to open the hard disk image file?“, https://learn.microsoft.com/en-us/answers/questions/3995193/is-there-any-way-to-open-the-hard-disk-image-file
Kernel Data Recovery – „How to Open and View VHD / VHDX Files“, https://www.kerneldatarecovery.com/blog/how-to-open-and-view-vhd-vhdx-files/
Iperius Backup – „How to Mount VHD/VHDX and Extract Individual Files“, https://www.iperiusbackup.net/en/how-to-mount-vhd-vhdx-extract-individual-files-from-drive-image-and-hyper-v-backups/
PowerISO – „How to Open VHD File“, https://www.poweriso.com/tutorials/open-vhd-file.htm
SysTools – „VHDX Viewer“, https://www.systoolsgroup.com/vhdx/viewer/

VHDX virtuelle Festplatte Windows Hyper-V Datenträgerverwaltung Speicher
Hinweis Hinweis: Die Anleitung dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle Datenrettung.
Autor

Stefano Barcellos

Mitwirkender bei Visite Barbados.

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