Warum erreicht mein zweiter Router nicht mehr als 100 Mbit?
Wenn Sie einen zweiten Router per Kabel mit Ihrem Hauptnetzwerk verbinden und die Geschwindigkeit auf magere 100 Megabit pro Sekunde gedeckelt bleibt, liegt dies fast immer an einem von drei typischen Fehlern. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich das Problem mit einfachen Mitteln beheben. Zuerst sollten Sie verstehen, dass die Grenze von 100 Mbit ein altes technisches Limit darstellt. Fast Ethernet, wie dieser Standard offiziell heißt, wurde in den 1990er Jahren entwickelt. Moderne Gigabit-Ethernet-Verbindungen erlauben dagegen Datenraten von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde, also das Zehnfache. Damit Ihr zweiter Router diese höhere Geschwindigkeit erreicht, müssen alle Komponenten in der Kette diesen Standard unterstützen.
Der häufigste Grund für eine Begrenzung auf 100 Mbit sind veraltete oder falsche Kabel. Viele Heimnetzwerke verwenden noch Kabel der Kategorie 5, die nur für Fast Ethernet ausgelegt sind. Selbst wenn Ihr Router Gigabit-fähig ist, wird die Verbindung automatisch auf 100 Mbit heruntergestuft, sobald ein schwaches Glied in der Kette erkannt wird. Das System versucht immer, die stabilste und nicht die schnellste Verbindung herzustellen. Ein weiterer typischer Fehler sind beschädigte oder falsch gecrimpte Stecker. Gigabit Ethernet benötigt alle vier Adernpaare im Kabel, also insgesamt acht Drähte. Fehlt nur ein Draht oder ist ein Kontakt korrodiert, schaltet das System auf den älteren Standard zurück, der nur zwei Adernpaare nutzt.

Die richtige Hardware für Geschwindigkeiten über 100 Mbit
Bevor Sie mit der Fehlersuche beginnen, müssen Sie sicherstellen, dass beide Router tatsächlich Gigabit-fähig sind. Überprüfen Sie die Anschlüsse an Ihren Geräten. Suchen Sie nach der Beschriftung 10/100/1000 oder Gigabit neben den LAN-Ports. Steht dort nur 10/100, handelt es sich um einen Fast-Ethernet-Port, der physikalisch nicht schneller als 100 Mbit werden kann. Viele ältere Router, aber auch günstige Einsteigermodelle, verbauen noch diese langsameren Ports. Wenn Ihr zweiter Router also nur 10/100-Ports hat, werden Sie nie mehr als 100 Mbit erreichen, egal wie gut das Kabel ist. In diesem Fall hilft nur der Austausch des Geräts oder die Verwendung als Access Point über einen Gigabit-fähigen Switch.
Neben den Routern selbst spielt das Kabel eine entscheidende Rolle. Verwenden Sie mindestens ein Kabel der Kategorie 5e. Die Bezeichnung 5e steht für verbesserte Spezifikationen, die Gigabit-Geschwindigkeiten ermöglichen. Noch besser sind Kabel der Kategorie 6 oder 6a. Diese sind für höhere Frequenzen ausgelegt und bieten eine bessere Abschirmung gegen Störungen. Achten Sie beim Kauf auf die Aufschrift auf dem Kabelmantel. Ein Cat-5-Kabel ohne den Zusatz e sollten Sie nicht für Verbindungen über 100 Mbit verwenden. Auch die Länge des Kabels kann eine Rolle spielen, obwohl dies bei Gigabit Ethernet erst ab etwa 50 Metern kritisch wird. In typischen Haushalten sind die Kabel meist kürzer als 20 Meter, sodass die Länge selten das Problem ist.

Hier eine übersichtliche Darstellung der unterstützten Geschwindigkeiten je nach Kabelkategorie:
| Kabelkategorie | Maximale Geschwindigkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Cat 5 | 100 Mbit (Fast Ethernet) | Alte Heimnetzwerke, Telefonie |
| Cat 5e | 1000 Mbit (Gigabit Ethernet) | Standard für Heimnetzwerke |
| Cat 6 | 1000 Mbit (auch 10 Gbit bis 55 m) | Hochleistungsnetzwerke, Gaming |
| Cat 6a | 10.000 Mbit (10 Gbit bis 100 m) | Professionelle Umgebungen |
Schritt-für-Schritt: So optimieren Sie die Verkabelung
Beginnen Sie mit der physischen Überprüfung des Kabels, das Ihren zweiten Router mit dem Hauptrouter verbindet. Nehmen Sie das Kabel in die Hand und überprüfen Sie die Stecker auf beiden Seiten. Die goldenen Kontaktpins müssen sauber und unbeschädigt sein. Bei älteren Kabeln können die Pins korrodiert oder abgebrochen sein. Drücken Sie vorsichtig auf die Stecker, um zu sehen, ob sie fest sitzen. Ein lockerer Sitz kann zu Kontaktproblemen führen, die die Geschwindigkeit reduzieren. Wenn Sie das Kabel durch ein neues Cat-6-Kabel ersetzen, stellen Sie sicher, dass es richtig eingesteckt ist. Sie sollten ein deutliches Klicken hören, wenn der Stecker einrastet.

Ein häufiger Fehler ist die Verwendung von Flachbandkabeln. Diese sind zwar platzsparend, aber oft schlechter geschirmt und anfälliger für Störungen. Runde, geschirmte Kabel (STP) sind für Gigabit-Verbindungen besser geeignet. Wenn Sie das Kabel selbst crimpen möchten, achten Sie darauf, dass alle acht Adern exakt in der richtigen Reihenfolge angeordnet sind. Die Normen T568A und T568B definieren die Pin-Belegung. Ein Fehler schon bei einer Ader führt dazu, dass die Verbindung auf 100 Mbit fällt. Es ist oft einfacher und zuverlässiger, fertig konfektionierte Kabel zu kaufen.
Als nächstes sollten Sie die Netzwerkeinstellungen überprüfen. Gehen Sie in die Konfigurationsoberfläche Ihres zweiten Routers. Suchen Sie nach den Einstellungen für die LAN-Ports. Manche Router erlauben es, die Geschwindigkeit und Duplex-Einstellung manuell zu setzen. Wenn Sie hier die Option Auto-Negotiation deaktivieren und stattdessen 1 Gbps Full Duplex auswählen, zwingen Sie den Port, auf Gigabit-Geschwindigkeit zu arbeiten. Dies kann helfen, wenn die automatische Aushandlung zwischen den Routern fehlschlägt. Allerdings sollten Sie dies nur tun, wenn Sie sicher sind, dass beide Ports Gigabit unterstützen und das Kabel in Ordnung ist. Andernfalls kann es zu Verbindungsabbrüchen kommen. Eine Anleitung zur manuellen Einstellung finden Sie in den Hilfeseiten des Router-Herstellers oder auf Portalen wie dem Microsoft Learn Portal, wo ähnliche Probleme für Windows-Systeme beschrieben werden.

Häufige Fehlerquellen und deren Behebung
Neben der Hardware gibt es oft einfache Konfigurationsfehler. Wenn Sie den zweiten Router als Access Point oder Switch verwenden, sollten Sie das DHCP auf diesem Gerät deaktivieren. Zwar beeinflusst dies nicht direkt die Kabelgeschwindigkeit, aber ein Konflikt mit dem Hauptrouter kann die Netzwerkleistung insgesamt beeinträchtigen. Ein weiterer Punkt: Überprüfen Sie die Status-LEDs an den Routern. Viele Geräte haben LEDs, die anzeigen, ob eine 100-Mbit- oder eine 1000-Mbit-Verbindung besteht. Eine grüne oder blaue LED steht oft für Gigabit, während eine orange oder gelbe LED auf Fast Ethernet hinweist. Wenn die LED also orange leuchtet, wissen Sie sofort, dass die Verbindung nicht optimal ist.
Liste der wichtigsten Maßnahmen, um die Geschwindigkeit zu erhöhen:

- Ersetzen Sie alle Cat-5-Kabel durch Cat-5e oder Cat-6.
- Überprüfen Sie die Kabelstecker auf Beschädigungen oder Korrosion.
- Achten Sie darauf, dass beide Router Gigabit-Ports (10/100/1000) haben.
- Setzen Sie die Port-Einstellungen auf 1 Gbps Full Duplex, falls Auto-Negotiation nicht funktioniert.
- Testen Sie das Kabel mit einem anderen Gerät, um Kabeldefekte auszuschließen.
- Stellen Sie sicher, dass alle acht Adern im Kabel durchgängig sind.
Ein weiterer Aspekt ist die Stromversorgung. Router, die über Power over Ethernet (PoE) betrieben werden, können manchmal Leistungseinbußen haben, aber das betrifft eher die Stabilität als die Geschwindigkeit. Wichtiger ist, dass der zweite Router nicht überlastet ist. Wenn viele Geräte gleichzeitig Daten übertragen, kann die CPU des Routers ausgelastet sein. Dies zeigt sich aber meist durch Verzögerungen und nicht durch eine generelle Deckelung auf 100 Mbit. Für eine detaillierte Anleitung zum Aufbau einer schnellen Heimverkabelung empfehle ich den Artikel auf Office of Bits, der eine umfassende Checkliste bietet.
Testen und Messen der tatsächlichen Geschwindigkeit
Nachdem Sie alle Änderungen vorgenommen haben, müssen Sie testen, ob die Geschwindigkeit tatsächlich über 100 Mbit liegt. Schließen Sie einen Computer oder Laptop direkt per Kabel an den zweiten Router an. Verwenden Sie einen zuverlässigen Geschwindigkeitstest, wie zum Beispiel Speedtest.net oder einen Tool Ihrer Wahl. Achten Sie darauf, dass während des Tests keine anderen großen Datenübertragungen im Netzwerk stattfinden. Streamen Sie kein Video und laden Sie keine Dateien herunter. Der Test sollte mehrmals durchgeführt werden, um ein konsistentes Ergebnis zu erhalten. Liegt der Wert stabil über 200 Mbit, haben Sie das Problem gelöst. Zeigt der Test weiterhin nur 90 bis 100 Mbit, müssen Sie tiefer graben.
Ein weiteres Diagnosetool ist die Übertragung großer Dateien zwischen zwei Geräten im Netzwerk. Kopieren Sie zum Beispiel eine große Videodatei von Ihrem Hauptcomputer auf einen Rechner, der am zweiten Router hängt. Die Übertragungsrate wird Ihnen in Echtzeit angezeigt. Bei Gigabit-Geschwindigkeit sollten Sie Raten von etwa 100 bis 120 Megabyte pro Sekunde sehen. Das entspricht etwa 800 bis 960 Megabit. Wenn die Übertragung nur mit 10 bis 12 Megabyte pro Sekunde läuft, sind Sie wieder bei 100 Megabit. In diesem Fall sollten Sie auch andere Kabel testen oder den zweiten Router direkt an den Hauptrouter anschließen, um den Router als Fehlerquelle auszuschließen.
Fazit und Zusammenfassung
Die Optimierung Ihres zweiten Routers auf über 100 Mbit per Kabel ist in den meisten Fällen eine Frage der richtigen Hardware und sorgfältigen Verkabelung. Investieren Sie in hochwertige Cat-6-Kabel und stellen Sie sicher, dass alle Anschlüsse Gigabit unterstützen. Vergessen Sie nicht, die Einstellungen der Netzwerkports zu überprüfen und gegebenenfalls manuell auf 1 Gbps Full Duplex zu setzen. Mit diesen Maßnahmen können Sie die volle Leistung Ihres Netzwerks ausschöpfen und Engpässe vermeiden. Die Umstellung von Fast Ethernet auf Gigabit lohnt sich immer, vor allem wenn Sie große Datenmengen übertragen oder Streaming in hoher Qualität nutzen.
Referenzen
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf verschiedenen Quellen, die sich mit Netzwerkhardware und Fehlerbehebung befassen. Eine gute Diskussion zum Thema gedeckelter Geschwindigkeiten findet sich in der Reddit-Community r/HomeNetworking, wo Nutzer ihre Erfahrungen mit defekten Kabeln teilen. Die offizielle Microsoft-Dokumentation zu Netzwerkeinstellungen bietet eine Anleitung zum manuellen Setzen von Geschwindigkeit und Duplex. Der Blog Office of Bits stellt eine umfassende Checkliste für Gigabit-Netzwerke bereit, die auch auf die Bedeutung der acht Adern eingeht. WikiHow bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verbindung mehrerer Router. Diese Quellen sind bei der Recherche zu diesem Artikel verwendet worden.





