Warum die Dateigröße beim RAR-Komprimieren wichtig ist
Die Wahl der richtigen Dateigröße beim Erstellen eines RAR-Archivs ist entscheidend, wenn Sie große Datenmengen auf verschiedenen Medien speichern oder über das Internet versenden möchten. Standardmäßig erstellt WinRAR eine einzelne komprimierte Datei, die bei sehr großen Ordnern schnell mehrere Gigabyte erreichen kann. Das Problem: Viele Speichermedien wie CDs, DVDs oder USB-Sticks haben begrenzte Kapazitäten, und E-Mail-Anhänge dürfen oft nur maximal 25 Megabyte groß sein. Wenn Sie die Datei in kleinere Bände aufteilen, können Sie jedes Teil auf ein separates Medium brennen oder als Anhang versenden. Ohne diese Aufteilung müssten Sie die Datei nachträglich mit externen Tools splitten oder auf Komprimierung ganz verzichten. Die Funktion zur Größenwahl ist im WinRAR-Archivdialog direkt integriert und gibt Ihnen die volle Kontrolle über die resultierenden Archivteile.

Grundlagen der RAR-Komprimierung und Volumenaufteilung
RAR ist ein proprietäres Archivformat, das eine starke Komprimierung und Fehlerkorrektur bietet. Im Gegensatz zu einfachen ZIP-Archiven können RAR-Archive in mehrere Volumes aufgeteilt werden. Jedes Volume erhält eine fortlaufende Dateierweiterung wie .part1.rar, .part2.rar und so weiter. Die Gesamtgröße aller Volumes ergibt die komprimierte Datei, die ursprünglich aus den Quelldaten erzeugt wurde. Die Aufteilung erfolgt nach der Angabe einer maximalen Größe pro Volume. Diese Einstellung finden Sie im Fenster "Archivname und Parameter", das nach einem Rechtsklick auf die auszuwählenden Dateien und der Auswahl "Zum Archiv hinzufügen" erscheint. Dort gibt es das Feld "Aufteilen in Volumes, Bytes". In dieses Feld tragen Sie den gewünschten Wert ein. Die Größe können Sie in verschiedenen Einheiten angeben: Geben Sie einfach eine Zahl gefolgt von K für Kilobytes, M für Megabytes oder G für Gigabytes ein. Ein Wert von 700M bedeutet beispielsweise 700 Megabyte pro Volume. Das Programm rundet den Wert je nach internen Speicherstrukturen leicht, aber dies beeinträchtigt die Funktionalität nicht.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Größenwahl
Um die RAR-Dateigröße selbst zu bestimmen, gehen Sie wie folgt vor. Markieren Sie zunächst die Dateien und Ordner, die Sie komprimieren möchten. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Auswahl und wählen Sie "Zum Archiv hinzufügen". Es öffnet sich das Fenster "Archivname und Parameter". Im oberen Bereich legen Sie den Archivnamen und das Zielverzeichnis fest. Weiter unten sehen Sie die Dropdown-Liste für die Kompressionsmethode und darunter das Feld "Aufteilen in Volumes, Bytes". Klicken Sie in dieses Feld und geben Sie die gewünschte Größe ein. Laut dem Guia Foca können Sie hier sowohl reine Zahlen (in Bytes) als auch Einheitenkürzel wie K, M oder G verwenden. Beispiele: 100M ergibt 100-Megabyte-Volumes, 4G erzeugt Volumes von etwa 4 Gigabyte. Nach der Eingabe bestätigen Sie mit "OK". WinRAR erstellt daraufhin die komprimierten Volumes und nummeriert sie automatisch. Wichtig: Die tatsächliche Größe jedes Volumes kann geringfügig von der Vorgabe abweichen, da die Aufteilung auf kompletten Datenblöcken basiert. Für die Praxis ist diese Abweichung jedoch unerheblich.

Empfohlene Größen je nach Verwendungszweck
Die optimale Volume-Größe hängt stark davon ab, wofür Sie die komprimierten Teile später nutzen möchten. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über typische Szenarien und die passenden Größenangaben. Berücksichtigen Sie dabei, dass manche Plattformen oder Dateisysteme eigene Limits haben, zum Beispiel FAT32 mit einer maximalen Dateigröße von knapp 4 Gigabyte.

| Verwendungszweck | Empfohlene Größe | Eingabewert |
|---|---|---|
| CD-Brennung (700 MB) | 700 MB | 700M |
| DVD-Brennung (einfache Schicht, 4,7 GB) | 4,48 GB | 4480M oder 4,48G |
| E-Mail-Anhang (übliches Limit 25 MB) | 25 MB | 25M |
| Cloud-Upload (z.B. OneDrive, Google Drive) | 100 MB bis 2 GB je nach Dienst | 100M, 500M, 2000M |
| USB-Stick mit FAT32 | 4 GB | 4000M |
| Streaming oder Download über langsame Verbindungen | 50 MB bis 200 MB | 50M, 100M, 200M |
Wenn Sie die Archive auf einer DVD brennen möchten, sollten Sie nicht die volle Kapazität von 4,7 GB ausnutzen, sondern etwa 4,48 GB, um Platz für das Dateisystem und Brennsoftware zu lassen. Bei CDs ist 700 MB der Standard, aber ältere Medien fassen nur 650 MB. Prüfen Sie daher immer Ihr konkretes Medium. Für E-Mail-Anhänge gelten häufig strikte Limits; die meisten Provider erlauben maximal 25 MB pro Nachricht. Cloud-Dienste haben variable Limits, bei OneDrive sind es 250 MB pro Einzeldatei, bei Google Drive 5 TB, aber viele Browser haben Upload-Begrenzungen. Eine konservative Größe von 100 MB ist für die meisten Cloud-Anwendungen sicher und verhindert Zeitüberschreitungen beim Upload.

Kompressionsstufe und ihr Einfluss auf die Dateigröße
Die Wahl der Kompressionsmethode wirkt sich direkt auf die resultierende Größe der Volumes aus und damit auch auf die Anzahl der benötigten Teile. Grundsätzlich gilt: Je stärker die Kompression, desto kleiner das Archiv, aber desto länger die Bearbeitungszeit und der Speicherverbrauch. Die folgende Liste zeigt die verfügbaren Stufen in WinRAR und ihre Eigenschaften:
- Speichern: Keine Kompression. Die Dateien werden nur in das Archiv verpackt. Geeignet für bereits komprimierte Formate wie JPG oder MP4.
- Schnell: Geringe Kompression, sehr schnelle Verarbeitung. Sinnvoll, wenn Sie vor allem eine Aufteilung in Volumes wünschen, aber kaum Zeit aufwenden möchten.
- Normal: Standardeinstellung. Bietet einen guten Kompromiss zwischen Größe und Geschwindigkeit für die meisten Daten.
- Gut: Höhere Kompression durch aufwändigere Algorithmen. Benötigt mehr Rechenleistung und Zeit, spart aber deutlich Platz.
- Best: Maximale Kompression. Nutzt alle verfügbaren Optimierungen. Kann bei Textdateien oder wenig komprimierten Bildern die Größe halbieren, dauert aber sehr lange und erfordert viel Arbeitsspeicher.
Wie auf der Seite FasterCapital beschrieben, sollten Sie die Kompressionsstufe immer an Ihre Prioritäten anpassen. Wenn Sie viele kleine Volumes für den Versand benötigen, wählen Sie eine höhere Stufe, um die Anzahl der Teile zu reduzieren. Bei großen Archiven, die Sie ohnehin auf eine Festplatte kopieren, reicht die normale Einstellung völlig aus. Bedenken Sie jedoch: Eine Stufe wie "Best" kann bei sehr großen Datenmengen mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Testen Sie daher bei kritischen Archiven eine repräsentative Stichprobe, bevor Sie den gesamten Vorgang starten.
Wörterbuchgröße und ihre Auswirkungen auf Speicher und Leistung
Ein weiterer Parameter, der die Archivgröße beeinflusst, ist die Wörterbuchgröße (Dictionary size). Die Voreinstellung liegt bei 32 Megabyte, was für die meisten Anwendungen ausreicht. Ein größeres Wörterbuch kann die Kompression insbesondere bei großen Dateien oder Dateien mit vielen wiederkehrenden Mustern verbessern. Der Nachteil: Der Arbeitsspeicherverbrauch steigt deutlich an. Für die Kompression wird etwa das 6- bis 10-Fache der Wörterbuchgröße an RAM benötigt. Bei einem 64-MB-Wörterbuch sind das bereits über 500 Megabyte RAM. Wenn Ihr System wenig Arbeitsspeicher hat oder Sie viele Programme gleichzeitig ausführen, kann dies den Kompressionsprozess verlangsamen oder sogar zum Abbruch führen. Umgekehrt profitieren Sie auf einem Rechner mit 16 oder 32 Gigabyte RAM von einem größeren Wörterbuch, weil die Kompression effizienter wird. Bei der Aufteilung in Volumes spielt die Wörterbuchgröße auch eine Rolle: Jedes Volume verwendet das gleiche Wörterbuch; eine zu kleine Einstellung kann die Kompression in jedem Teil unnötig verschlechtern. Experimentieren Sie daher mit verschiedenen W




